29.02. :: Museum des Warschauer Aufstandes

Für den letzten vollen Tag wollte ich eigentlich einen Museumstag einlegen. Da nach dem gestrigen Schietwetter heute aber die Sonne vom Himmel knallte als gäbe es kein Morgen mehr, hab ich das kurzfristig geändert und auf ein einziges Museum zusammengestrichen. Nämlich das Museum des Warschauer Aufstandes.

Der Warschauer Aufstand, nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto (Ja, Geschichte kann kompliziert sein…), war der letzte verzweifelte Versuch die Stadt Warschau und danach Polen von der deutschen Besatzung zu befreien. Etwas 45000 schlecht ausgerüstete “Soldaten” der polnischen Heimatarmee standen etwas 40000 Deutschen gegenüber. Nunja, das Ergebnis ist bekannt. Nach kurzen, zwischenzeitlichen Erfolgen und langem Kampf (2 Monate konnten die Polen Widerstand leisten!) erfolgte die Niederlage und die fast komplette Zerstörung Warschaus.

Was ich nicht wußte war, das an der Stelle der Millionenstadt Warschau eine kleinere, 40000 Einwohner fassende deutsche Provinzstadt Warschau aufgebaut werden sollte. Krank.

Das Museum ist wirklich sehr interessant aufgebaut. Multimedial wird dort die Geschichte des Aufstands präsentiert. Eintritt 14 Złoty, der sich auf jeden Fall lohnt. Und für nur 2 Złoty Aufpreis kann man sich auch noch einen 3D-Film (ein Rundflug über die zerstörte Stadt) anschauen. Beeindruckend bedrückend.

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Im krassen Gegensatz dazu, das Museums-Café. Eingerichtet im Stil der 30er Jahre, so zumindest die Aussage der Kellnerin. Szyrenka, ein unglaublich leckerer Apfelkuchen. Eine Spezialität in ganz Warschau anscheinend, denn den gibt es in jedem Café in dem ich war, selbst bei den großen Ketten.

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Abseits vom Museum, in der Altstadt, steht das Denkmal des kleinen Aufständischen. Die Statue eines kleinen Kindes mit MG und viel zu großem Helm. Kinder haben in der Regel nicht mit der Waffe gekämpft, aber sie waren ein wichtiger Teil des Nachrichten- und Versorgungswesen.
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Bilder des großen Denkmals habe ich ja schon ein paar veröffentlicht. Daher soll es das an dieser Stelle auch erstmal gewesen sein… :)

28.02. :: Jüdisches Warschau. Tour 2.

Nach einem Café Americano zum aufwärmen, mache ich am nachmittag eine Tour durch die Überbleibsel des jüdischen Warschaus. Viel ist von “damals” natürlich nicht mehr übrig. Warschau ist eine Millionenstadt, die sich täglich verändert, die baut und macht und tut. Eine Stadt, die vor allem im heute leben will. Ein paar der alten Ecken werden gehegt und gepflegt. Neues jüdisches Leben hat sich in Warschau etabliert.

Hier ein paar Impressionen…

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Denkmal der Ghettohelden. Ort des berühmten Kniefalls von Willy Brandt. Und direkt gegenüber entsteht das jüdische Museum Warschaus.

haus
haus 2Im Keller dieses Hauses Dubois/Ecke Miła-Strasse hielten sich zeitweise mehr als 100 Mitglieder einer jüdischen Kampftruppe versteckt. Am 8.Mai 1943 wurde das Versteck jedoch von deutschen Truppen entdeckt, der Großteil der Menschen beging daraufhin Selbstmord.

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Der “Umschlagplatz”. Der Ort, von dem aus ab Juli 1942 die Juden aus dem Warschauer Ghetto gen Osten “evakuiert” wurden. 300.000 MENSCHEN wurden von hier aus in den Tod geschickt. Mehr als 100.000 waren in den Jahren zuvor bereits an den Bedingungen im Ghetto zu Grunde gegangen. Von 450.000 Juden haben ca. 20.000 das Ende des 2. Weltkrieges erlebt.

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Eines der letzten erhaltenen Häuser aus dem Ghetto. Wenn Steine sprechen könnten, von welchem Elend würden sie berichten? Am Haus angebracht sind Bilder der letzten bekannten Bewohner.

ghettomauer
Ziemlich versteckt, aber doch gefunden. Das letzte Fragment der original Ghettomauer. Von Touristen umlagert. Trotzdem Gänsehaut…

Ach, es gäbe noch einiges mehr zu sehen. Doch das Wetter wird wirklich immer beschissener. Der Schnee geht langsam in Regen über, es taut und wird unglaublich glitschig bis spiegelglatt. So entschließe ich mich die Tour jetzt abzubrechen und wieder zurück ins Hostel zu gehen. Das ganze will auch irgendwie verarbeitet werden. ABER: Der Entschluß ist jetzt fest, wenn das Wetter besser wird, werde ich auf jeden Fall nochmal nach Warschau fahren.

28.02.:: Praga. Tour 1.

Heute mache ich mich mal auf den Weg nach Praga. Beziehungsweise, da mein Hostel ja eh in diesem Stadtteil liegt, schaue ich mich besser gesagt einfach mal in der Nachbarschaft um. Praga ist einer der Stadtteile, die im zweiten Weltkrieg am wenigsten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Hat aber ganz einfach den Grund, das sich die Rote Armee bis zum Warschauer Aufstand schon bis hierher vorgekämpft hatte. Daher konnten SS und Co hier ihr Zerstörungswerk nicht so ganz zu Ende führen.

Heute hat Praga den Ruf eines Prenzlauer Berg von Warschau. Kneipen, Kultur, Szene. Und, wie sollte es auch anders sein, auch hier schlägt die “Gentrification”  gnadenlos zu. Viele Stop Gentrifikazija Schilder und Graffitis. So ganz kann ich ehrlich gesagt den “hype” nicht verstehen. Für mich ist der Stadtteil eher laut, schmutzig, interessant aber keinesfalls mit dem Prenzlauer Berg zu vergleichen. Vielleicht mit dem Prenzlauer Berg von kurz nach der Wende.

Aber vielleicht hat mir das beschissene Wetter heute auch nur etwas die Laune vermiest. Nichtsdestotrotz würde ich bei einem weiteren Warschau-Besuch mit Sicherheit wieder in dieser Ecke wohnen wollen.

Hier ein paar Impressionen.

Kapelle Praga

Denkmal für die Kapelle des Stadtteils Prag. Man kann eine SMS an eine bestimmte Nummer schicken, dann spielt dieses Denkmal das entsprechende Lied. Lustisch.

St. Florian Kathedrale
St. Florian Kathedrale

spital praski


Spital Praski

orthodoxe
Maria-Magdalena-Kirche

street art praga 1street art praga 2street art praga 3Street Art

koneser
Ehemalige Wodkafabrik “Koneser”. Wird gerade kaputtsaniert, sieht dann wohl genauso aus wie die Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg…

praga building 1

ruine


basilikaHerz-Jesu-Basilika

Jetzt aber erstmal in ein Café. Aufwärmen. Und dann ein wenig die Überreste des jüdischen Warschaus entdecken…

27.02. :: Dinner for one, oder I will survive…

Zum Abend gönne ich mir doch mal was… Ein leckeres Piroggen-Dinner. Auswahl gibt es da genug. Auch wenn das ganze zumindest in der Altstadt sicherlich an Touristenabzocke grenzt, man hat schließlich nur ein Mal im Jahr Geburtstag. Die Damen in Rot-Weißer-Pseudotracht sind sehr nett, zum Glück setzt sich das volkstümliche nicht auch in der Musik weiter. 80er Jahre US Größen wechseln sich mit polnischen PopRockSchlagern ab. Erträglich. :)

Ich gönne mir eine Portion von 11 mit Kraut, Fleisch und Champignons gefüllten Piroggen. Dazu (natürlich) ein Bier vom Fass. Tja, was soll ich sagen, sicherlich keine Haute Cuisine, aber sehr schmackhaft und sättigend. Ich stelle mir gerade diesen Typen von der TVBerlin-Restauranttestsendung (Ich glaube “ars vivendi” hieß der Quatsch…) hier vor. Der hätte sicher seinen Spaß… ;)
ein köstliches mahl
Zum Nachtisch so eine Art Mohnzopf oder -strudel. Verdammt, das sättigt. Da muß dann wohl wirklich noch ein Wodka her… So ein Ärger aber auch… :)
So soll es sein.

Eigentlich hätte ich hier noch ‘n Stündchen verbringen können. Bei einem frischgezapften Piwo. Aber irgendwie wurde die Musik sehr merkwürdig. “I will survive” in einem urigen, aber durch und durch spießigen Tourilokal das Wert auf Lokalkolorit legt? Nun denn, ich glaube ich muß gehen…

Die Rechnung beläuft sich auf knapp über 60 Zloty. Also ca. 15 Euro. Mit 2 Bier, 1 Wodka, noch dazu mitten in der Altstadt mit Blick aufs Schloß… Wahrlich kein schlechter preis… Es hat sich gelohnt.

Da der Tag noch nicht so Enden soll, schau ich mal was im Umkreis um das Hostel so für Kneipen geöffnet haben. Denn mit einem “Wässerchen” kann man seinen Geburtstag ja doch nicht gebührend feiern… ;)

Na zdrovie und bis bald.

27.02. :: Neue Welt und Kulturpalast

Ich schrieb ja schon das Warschau auf der einen Seite der Innenstadt an Stockholm erinnert, und auf der anderen eher wie Paris aussieht. Nun bin ich die Strasse Neue Welt (Nowy Świat), beziehungsweise zunächst die Straße namens Krakauer Vorstadt (Krakowskie Przedmieście) entlanggegangen, um mal ein wenig genauer nachzuschauen. Kirchen, Ministerien, teure Restaurants, Kaffeehausketten säumen die Strasse. Ich bin die Straße nicht ganz runtergelaufen, dazu fehlte mir dann doch a) Lust und b) Kraft. Aber ein paar Eindrücke habe ich dennoch gesammelt.
St. Anne

Kirche St. Anna. Eines der ältesten Gebäude Warschaus. Im zweiten Weltkrieg nur wenig zerstört.

Canneletto

Zum Wiederaufbau Warschaus wurden neben Zeichnungen von Architekturstudenten vor allem auch die Bilder Bellottos verwendet.

Kazanowski
Ehemaliger Kazanowski-Palast.

Nowy Swiat, Ri. Schlossplatz
Nowy Swiat, Blickrichtung Schlossplatz

skwer
Skwer, Café und Kulturhaus

Präsidentenpalast
Sitz des Präsidenten der Republik Polen

Hostel Bristol
Hotel Bristol, das erste Haus am Platze. 1900 eröffnet, eine Art Interhotel zu sozialistischen Zeiten, 1990 umfassende Renovierungsarbeiten und 1993 wiedereröffnet durch Maggie Thatcher!

Dann wurden mir die Füsse lahm, bin ja nun auch nicht mehr der jüngste, und ich nahm den kürzesten Weg zum Kultur- und Wissenschaftspalast Warschau (Pałac Kultury i Nauki). Ein Geschenk des lieben Genossen Stalin an das ihn liebende (haste jedacht, wa) polnische Volk. Schön isser irgendwie wirklich nicht. Aber auch nicht unbedingt hässlich. Keine Ahnung was er ist, zum Glück ist uns in Berlin so ein Teil erspart geblieben… Neben einem Kino, einer Tourismus-Info und einem Technikmuseum hat dieser Kulturpalast etwas ganz besonderes: Eine Aussichtsplattform im 30. Stock. Juhu.
kulturpalast
Vor allem bei Dunkelheit natürlich mit grandiosem Ausblick auf Warschau.
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Interieur hat das gute Ding natürlich auch. Und zwar nicht zu knapp. Sehr sozialistisch, sehr Chic. Könnte manchen Clubs mit Sicherheit zum Prädikat “hipp” verhelfen, wenn sie denn  damit aufwarten könnten… :)

eingang

Und last not least, das Trumm auch mal hübsch beleuchtet
nauki nachts

So, jetzt aber auf zum Geburtstagsessen. Polnische Hausmannskost.

Ick froie mir! :)

27.02. :: Neuer Tag, neues Glück… Neues Jahr!

Nun denn, auf in einen neuen Tag. Ob er neues Glück mit sich bringt? Auf jeden Fall bringt er ein neues Jahr mit sich. Ach wie ärgerlich. Wie oft kann man(n) eigentlich 29 werden im Leben? Ach mal schauen, geht zumindest noch ein weilchen so… :) )

Nach einem leichten Frühstück (2 Tassen Kaffee), mache ich mich auf in die Welt. Sie empfängt mich, wie es sich an einem solchen Tag gehört, mit strahlendem Sonnenschein. Es ist zwar nach wie vor bitter kalt, aber das soll einen ja nicht stören. Trage mittlerweile 2 von 3 mitgebrachten Tshirts übereinander, Sweat Shirt und leichte Jacke unter der großen Jacke. Scheisse nee, das zieht wirklich durch alle Ritzen. In den Klamotten!!! Tzes…

Ehrlich gesagt, ich habe mir für heute gar nicht so viel vorgenommen. Im Endeffekt soll es die gleiche Runde werden wie gestern abend, nur noch relaxter. Und vor allem: mit Licht. Und vielleicht ist ja noch ein Besuch im Schloß mit drin. Wo es doch so praktisch gleich am Anfang der Route liegt?!
Um es kurz zu machen: Nein, es war nicht drin. Das Schloß hat Montag Ruhetag. Oder so. Jedenfalls empfing mich und andere Touristen direkt hinter dem Eingang ein grimmiger Wachmann… “Closed.”

Nuja, macht ja oooch nüscht. Schauen wir uns halt alles von aussen an. Zunächste wäre da ja der Palast unter dem Blechdach (Pałac pod Blachą), so genannt weil es das erste Gebäude in Warschau mit (wer hätte es gedacht) einem Blechdach war!
Direkt hinter diesem Wellblech…, pardon, Palast mit Blechdach, taucht übrigens das neue Nationalstation (Stadion Narodowy w Warszawie) aus dem nichts auf. Hier wird am 08.06. die Fußball-EM eröffnet. Wirklich wirklich schick…

Na und gleich ums Eck ist dann das Schloss. In das man heute leider nicht hineinkommt. Ist aber auch von aussen schön… Nuja… ‘n lachsfarbenes Schloss halt. :)

Die Sigismundssäule (Kolumna Zygmunta III Wazy w Warszawie), gewidmet König Sigismund III Vasa (!),  ist mit 22m übrigens so hoch, wie man es zur damaligen Zeit (1644) nur kirchlichen Bildnissen zugestanden hat. Was für ein Frevel! Er trägt immerhin ein Kreuz in der Hand, das legitimiert das wohl…

Was mich gestern schon so frappierend an Stockholm erinnerte, tut es bei Tageslicht gleich noch viel mehr. Das hat sowas von den Häuserensembles am Stortorget (Chokladkoppen und Co., falls ihr versteht was ich meine… ;) )

Den Rest des nachmittags habe ich dann in der Altstadt verbracht. Einfach treiben lassen. Gucken, Fotos machen, kleine Läden und Boutiquen besuchen, die Touri-Info heimsuchen und mit fragen nach dem Zoo (und anderem) nerven. Und einfach relaxen. Hier und da vielleicht auch ein Bierchen getrunken…

Hier  ein paar Impressionen…

Das schmalste Haus Warschaus, genau da in der Mitte...

Blick nach Praga

Blick von der Altstadt aus über die Weichsel nach Praga

Altstadt

Altstadt Warschau

Meerjungfrau "Syrenka"

Meerjungfrau "Syrenka", das Wahrzeichen der Stadt Warschau

Barbakan

Barbakan

Barbakan

Barbakan und ein teil der ehemaligen Befestigungsanlagen

Denkmal Warschauer Aufstand

Denkmal des Warschauer Aufstandes (Pomnik Powstania Warszawskiego)

Ulica Piwna

Ulica Piwna... Die Straße des Bieres? Apropos...

…in diesem Sinne, erstmal Prost. Und bis später. :)

Aber nicht so auf der Strasse. Das ist verboten. Undenkbar in Berlin… :)

26.02. :: Der erste Kontakt

Nach einer langen Dusche fühle ich mich,mittlerweile 34 Stunden wach, langsam wieder wie ein Mensch und vor allem langsam in der Lage wieder neue Eindrücke aufzunehmen. Also, auf dem Weg zum Hostel ist mir eine Station “Stare Miasto” aufgefallen. Mit meinen geringen Sprachkenntnissen kann ich immerhin eruieren, das muß was mit “Altstadt” zu tun haben. Also nix wie hin.

Die Straßenbahnen wechsel zwischen uralt und ultramodern. Scheint so eine polnische Spezialität zu sein. Die modernen sind Niederflurwagen wie man sie mittlerweile überall findet. Die alten, oh was soll ich über die alten sagen. Als Straßenbahnfan bin ich eigentlich begeistert von den ollen Wagen. Als ja nun bald 29+X-jähriger, mache ich mir allerdings Sorgen um meine Kniescheiben. Ich kann mir nicht vorstellen wie Senioren, Schwangere und andere Behinderte (ha ha, ein Scherz) diesen locker 20 (eher mehr) Zentimeter Abgrund überwinden wollen… Ein paar, ganz paar, wenige Stationen sind anscheinend “aufgebockt” worden, aber selbst da sind es noch 5 bis 10 Zentimeter Höhenunterschied. Naja, was solls. Wahrscheinlich warten diejenigen einfach auf eine der nächsten Bahnen…

Ich habe den Ausstieg geschafft ohne mir was zu brechen. Gott sei Dank. Sonst hätte ich diese Überraschung nicht erlebt. Die Treppe von der Haltestelle führt tatsächlich direkt in die Altstadt hinein. Man landet direkt auf dem Schlossplatz (plac Zamkowy) . Ein ganz klein wenig erinnert das Ambiente an Stockholm.
plac Zamkowy  - Schlossplatz

Diese Ensembles an kleinen bunten Häuschen und so… Schön…

Ähnlich wie in Stockholm führt ein Strässchen über ein Gässchen wieder auf ein Plätzchen.. *hust* Also man kommt von einem Platz zum anderen durch viele romantische kleine Gassen und hat an jeder Ecke einen *boah*-Effekt. Vor allem wenn man sich vorstellt, das 1945 hier kein Stein mehr auf dem anderen lag…

Wenn man sich nicht im Gassenwirrwarr verliert, kommt man vom Schlossplatz ziemlich direkt zum Altstadt-Marktplatz (Rynek Starego Miasta). Ich kann mir vorstellen das im Sommer, wenn die Temperaturen auch mal über den Gefrierpunkt klettern, hier das Leben nur so tobt. Kneipe neben Kneipe, Sonnenschirm neben Sonnenschirm, da schmeckt das Piwo gleich nochmal so gut! Vom Żubrówka ganz zu schweigen… :)

Und auch an die Romantiker unter uns/euch ist gedacht. Das Wahrzeichen von Warschau ist die Meerjungfrau (syrenka), der auch an mehreren Stellen der Stadt ein Denkmal gesetzt wurde. So eben auch, auf diesem Markplatz.

Tiefer und tiefer geht es in die Altstadt hinein. Der größte WOW-Effekt macht dann (schon fast am Ende der eigentlichen Altstadt) der BARBAKAN. Eines der letzten Überbleibsel der alten Stadtbefestigung. Eine geile Szenerie…

Die Altstadt ist hier zu Ende, jedenfalls Altstadt im eigentlichen Sinne. Weiter geht es aber mit den Sehenswürdigkeiten. Und es gibt noch so viel zu sehen… Das würde jeden Rahmen hier sprengen.

Erwähnt sei aber noch das Denkmal zum Warschauer Aufstand. Erbarmungslos niedergeschlagen von den Deutschen, während die Rote Armee schon auf der anderen Seite der Weichsel stand, ungefähr in der Gegend in der mein Hostel liegt. Strange… Jedenfalls ein beeindruckendes Denkmal. Pompööö*, also typisch sozialistisch ausladend und trotzdem irgendwie nachdenklich machend…

Nach diesem kurzen Ausflug in die dunklere Geschichte (das Museum zum Warschauer Aufstand steht für Mittwoch auf meiner Liste), geht es nun langsam zurück ins Hostel. Bald 40 Stunden wach, das reicht… :)


Naja, so ganz stimmt das nicht. Ich bin vom Schlossplatz aus auch noch in die andere Richtung gegangen. Richtung Nowy Swiat, dem Ku’damm von Warschau. Allzuviele Bilder habe ich allerdings nicht mehr geschossen, denn es regnete, schneite und hagelte gleichzeitig. Ganz ganz merkwürdig. Mit dem Denkmal für den unbekannten Soldaten, dem Jozef Pilsudski Denkmal und blick auf den bunt beleuchteten Palast für Kultur und Wissenschaft gibt es auch in dieser Gegend viel zu sehen. Aber das hebe ich mir für einen anderen Tag auf.
In dieser Gegend wird denn auch aus Stockholm plötzlich Paris. Häuser wie von Haussmann erbaut, Palais, barocke Kirchen und und und und… Ministerien, der Sitz des Ministerpräsidenten und nicht zu vergessen das Hotel Bristel, das erste Haus am Platze. Das Adlon von Warschau, sozusagen… Aber wie gesagt, dazu später mehr… :)