Nach einem Café Americano zum aufwärmen, mache ich am nachmittag eine Tour durch die Überbleibsel des jüdischen Warschaus. Viel ist von “damals” natürlich nicht mehr übrig. Warschau ist eine Millionenstadt, die sich täglich verändert, die baut und macht und tut. Eine Stadt, die vor allem im heute leben will. Ein paar der alten Ecken werden gehegt und gepflegt. Neues jüdisches Leben hat sich in Warschau etabliert.
Hier ein paar Impressionen…



Denkmal der Ghettohelden. Ort des berühmten Kniefalls von Willy Brandt. Und direkt gegenüber entsteht das jüdische Museum Warschaus.

Im Keller dieses Hauses Dubois/Ecke Miła-Strasse hielten sich zeitweise mehr als 100 Mitglieder einer jüdischen Kampftruppe versteckt. Am 8.Mai 1943 wurde das Versteck jedoch von deutschen Truppen entdeckt, der Großteil der Menschen beging daraufhin Selbstmord.



Der “Umschlagplatz”. Der Ort, von dem aus ab Juli 1942 die Juden aus dem Warschauer Ghetto gen Osten “evakuiert” wurden. 300.000 MENSCHEN wurden von hier aus in den Tod geschickt. Mehr als 100.000 waren in den Jahren zuvor bereits an den Bedingungen im Ghetto zu Grunde gegangen. Von 450.000 Juden haben ca. 20.000 das Ende des 2. Weltkrieges erlebt.
Eines der letzten erhaltenen Häuser aus dem Ghetto. Wenn Steine sprechen könnten, von welchem Elend würden sie berichten? Am Haus angebracht sind Bilder der letzten bekannten Bewohner.

Ziemlich versteckt, aber doch gefunden. Das letzte Fragment der original Ghettomauer. Von Touristen umlagert. Trotzdem Gänsehaut…
Ach, es gäbe noch einiges mehr zu sehen. Doch das Wetter wird wirklich immer beschissener. Der Schnee geht langsam in Regen über, es taut und wird unglaublich glitschig bis spiegelglatt. So entschließe ich mich die Tour jetzt abzubrechen und wieder zurück ins Hostel zu gehen. Das ganze will auch irgendwie verarbeitet werden. ABER: Der Entschluß ist jetzt fest, wenn das Wetter besser wird, werde ich auf jeden Fall nochmal nach Warschau fahren.











































